Mein 2-Tage-Trip in den Himalaya
Aktualisiert: 4. Okt.

Im November trat ich spontan eine Reise an. In den höheren Himalaya Nordindiens, mit seiner erstaunlichen Natur, seinen spirituellen Kraftorten und alchemisierenden Energien. Kurzfristig hatte ich ein Auto plus serpentinen-erfahrenen (!) Fahrer gebucht und bin los. Mit dem Segen von Ganga Ma fuhren wir frühmorgens in Rishikesh (im Bundestaat Uttarakhand) ab.
Das Ende der populären Himalaya-Pilgersaison Char Dham Yatra war bereits eingeläutet, daher waren die Strassen frei. Unnötig zu erwähnen, dass das Himalayagebirge immer einen Besuch wert ist. Auch außerhalb der Pilgersaison, wenn die legendären Char Dham Tempel – Yamunotri, Gangotri, Kedarnath, Badrinath – geschlossen sind.

Es ging Richtung Chaukhamba-Massiv und Kedarnath Hauptgipfel (6940 m, im Bezirk Rudraprayag). Dort gibt es den Kedarnath Tempel (auf 3583 m), welcher der Legende nach über 3000 Jahre alt und dem Gott Shiva gewidmet ist, sowie die Thermalquellen des Gaurikund (auf 2000 m), einem Ort, der mit Göttin Parvati (Shivas Frau) in Verbindung gebracht wird.
Unterwegs kamen wir an dem smaragdfarbenen Mandakini-Fluss (Nebenfluss des Ganges) vorbei. Und an einem knuddeligen Welpen:

Augustmuni liegt 16 km von Rudraprayag entfernt und ist nach dem Weisen und Yogi Agastya benannt. Er ist einer der sieben Rishis, den grossen Weisen Indiens. Dies ist der idyllische und friedliche Ashram in Erinnerung an Rishi Agastya. Ich fand die Atmosphäre wundervoll.

Kalimath ist ein Tempelkomplex, der der Göttin Kali gewidmet ist und als Shakti Peeth (bedeutender Schrein und Pilgerziel) gilt. Dieser Ort liegt auf 1800 m über dem Meeresspiegel am Fluss Saraswati und ist von den Gipfeln der Kedarnath-Bergkette umgeben. Im Tempel wird kein Götterbild verehrt. Stattdessen ist das Sri Yantra das Objekt der Preisung und Hingabe.
Eine große Brücke mit einem Geländer voller Glocken führt zu dem Tempel. Als wir bei Sonnenuntergang ankamen, war die Anlage nur schwach besucht und ich war der einzige Gast, der die Brücke überquerte. In meiner linken Hand die Offerten haltend (einen Teller mit Blumen, Süssigkeiten, Incense), fuhr ich mit meiner rechten Hand über so viele Glocken wie möglich. Das Läuten erregte offensichtlich die Aufmerksamkeit der Priester und als ich den Eingang erreichte, standen alle da (fünf oder sechs), um zu sehen, wer da kommt. Sie lächelten und begrüßten mich herzlich. Jai Ma!
Draussen begann die Luft kühl zu werden, doch im Inneren der verschiedenen Tempelgebäude verbreiteten die Öllampen eine einladende Wärme und warfen ein sanftes Licht auf die Garbhagriha, die heiligen inneren Sanktuarien der Tempel.

Es gibt im Grunde keine passenden Worte, um den Anblick der Berge dort und das Gefühl der Zeitlosigkeit und Ausdehnung zu beschreiben. Die Dimensionen der Bergwelt waren kaum zu erfassen. Diese Weite, die Stille und das Gefühl von Zeitlosigkeit lassen sich kaum in Worte fassen.
Ich bin dankbar, dass ich eine anständige Kamera dabei hatte. Hier ein Teil des Chaukhamba-Gebirges. Wir sprechen von einer Höhe von 7000+ Metern!

Oder bevorzugst Du einen blauen Himmel als Hintergund für schneebedeckte Bergspitzen? Kein Problem, hab ich auch:

Ich nahm ein Fussbad in der (super)heißen Naturquelle bei Gaurikund am Ufer des Mandakini, dem Basislager und Trekking-Startpunkt für den weiter hoch gelegenen Kedarnath Tempel. Dieser war allerdings bereits schon geschlossen und in Winterpause. Laut Überlieferungen ist dies der Ort, an dem Göttin Parvati badete, als ihr Sohn Ganesha die Tür bewachte und seinem Vater Shiva den Zutritt verwehrte, was allerhand Folgen hatte...

Triyugi Narayan Mandir bei Kedarnath ist ein wunderschöner Tempel, der Vishnu gewidmet ist. Der Überlieferung nach fand hier die Hochzeit von Shiva und Parvati statt. Vor dem Tempel brennt ein heiliges Feuer, das angeblich seit jener Hochzeit nicht erloschen ist.

Neugierig, wie es wohl ist, hoch oben im Himalaya zu leben? Es ist herrlich. Aber ich weiss auch, dass das tägliche Leben dort herausfordernd ist und weit weniger romantisch als die Aussicht.
Überraschung: Bananenpalmen und Orangenbäume auf über 1400 Metern!

Die Landschaft ist grossartig, aber das Reisen dort ist nicht immer einfach. Von engen, klippennahen Serpentinen abgesehen, blockieren viele Erdrutsche, die während der schweren Monsun-Regen passierten, die Straßen.
Schau Dir das erste Bild an. Auf der linken Spur befindet sich ein riesiger Felsen, kein Auto.

Meine Reise dauerte weniger als drei Tage, aber sie fühlte sich viel länger an. Ich hatte das seltsame Gefühl, aus der gewöhnlichen Zeit herausgetreten zu sein. Spirituell nährte mich dieser Ausflug auf eine Weise, die sich kaum beschreiben lässt.
Und wieder einmal erlebte ich den Himalaya als eine Art „Superspace“, als wäre selbst der Äther hier ätherischer.

Alle Fotos: eigenes Archiv, 2021
Original Publikation: 14. Dezember 2021 für Atelier Ananda
Überarbeitet: 28. September 2026



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